Drüsiges Springkraut (Impatiens glandulifera)

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Porträt
Wie andere Neophyten gelangte auch das Drüsige Springkraut als Gartenpflanze nach Europa. Durch Imker wurde die Verbreitung dieser Art aus dem Himalaja zusätzlich gefördert. Die einjährige Pflanze bildet Samenkapseln, die durch den Zellsaftdruck gespannt sind. In reifem Zustand springen die Kapseln bei Berührung auf und schleudern die Samen mehrere Meter weit weg. Eine einzige Pflanze produziert innerhalb der etwa drei Monate dauernden Blüte- und Fruchtzeit bis zu 2.500 Samen. An feuchten Standorten entwickeln sich oft Reinbestände des Springkrauts, in denen praktisch keine anderen Arten mehr vorkommen.
 
Vorkommen in Vorarlberg
Uferböschungen und Auwälder zählen zu den bevorzugten Lebensräumen. Aber auch auf Deponien oder an Waldrändern kommt die Art inzwischen häufig vor. An geeigneten Standorten im Talraum und auch in Berglagen ist das Drüsige Springkraut weit verbreitet: Große Vorkommen finden sich beispielsweise an Fließgewässern und Waldrändern im nördlichen Bregenzerwald oder im Montafon bis Partenen.
 
Bestandsregulierung
Die Pflanze ist einjährig, was die Bekämpfung erleichtert. Pflegemaßnahmen zielen darauf ab, die Samenbildung zu verhindern. Ideal ist eine Mahd im Sommer kurz vor der Blütezeit. Wenn zu spät gemäht wird, können die Samen in den Pflanzen noch ausreifen. Da liegen gelassene Stängel wieder bewurzeln, sollte das Mähgut sorgfältig entfernt werden. Mulchen ist möglich, wenn die Streu klein gehäckselt und so eine Regeneration verhindert wird. Meist enthält der Boden bereits zahlreiche Samen, weshalb Pflegemaßnahmen über mehrere Jahre erforderlich sind.
 
Vorbeugende Maßnahmen
Viele Bestände gehen auf Materialablagerungen bzw Deponien zurück, in denen Samen des Drüsigen Springkraut enthalten waren. Diesem Ausbreitungsweg sollte künftig besonderes Augenmerk geschenkt werden. Wenn sich am Oberlauf eines Gewässers ein Bestand entwickelt, wird die Art in kurzer Zeit flussabwärts verdriftet. Das Mähgut aus Pflegemaßnahmen muss sachgerecht entsorgt werden, damit nicht über den Kompost eine weitere Verbreitung erfolgt. Ideal wäre die Verwertung in Biogasanlagen.
 
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Literatur und Links
Fachstelle Naturschutz Kanton Zürich (Hrsg.) (2001): Problempflanze Drüsiges Springkraut Impatiens glandulifera (Synonyme: Impatiens Royle, Indisches Springkraut), Download pdf (222 kb)
Pysek, P. & Prach, K. (1995): Invasion dynamics of Impatiens glandulifera - a century of spreading reconstructed. Biological Conservation 74: 41-48
Schuldes, H. (1996): Das Indische Springkraut (Impatiens glandulifera): Biologie, Verbreitung, Kontrolle. In: Neopyhten, Neozoen - Gefahr für die heimische Natur. Beiträge der Akademie für Natur- und Umweltschutz Baden-Württemberg 22: 29-35
Schweizerische Kommission für die Erhaltung von Wildpflanzen (2006): Drüsiges Springkraut. Infoblatt, Download pdf (227 kb)
Stadt Freiburg im Breisgau (2002) Problem-Neophyten Indisches Springkraut Impatiens glandulifera ROYLE. Download pdf (1.593 kb)
Starfinger, U. & I. Kowarik: Impatiens glandulifera Royle (Balsaminaceae), Drüsiges Springkraut. NeoFlora, Handbuch der 30 wichtigsten invasiven Arten in Deutschland, www.floraweb.de/neoflora/ handbuch/impatiensglandulifera.html