Japanknöterich und Sachalinknöterich (Fallopia japonica, F. sachalinensis)

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Porträt
Die beiden Knöterich-Arten stammen aus Ostasien und wurden im 19. Jahrhundert als Zierpflanzen nach Europa gebracht. Auch als Deckungs- und Äsungspflanze für Wild, sogar als Viehfutter fanden sie Verwendung. In ihren dichten Beständen kommen kaum andere Pflanzen vor. Der Japanknöterich kann bis zu drei Meter hoch werden, der Sachalinknöterich mit den auffallend großen Blättern sogar noch höher. Bis zu zwei Meter tief reichen die unterirdischen Triebe, die manchmal an Dämmen und Deichen zu Schäden führen. Da die Pflanzen nur wenig Feinwurzeln bilden, sind Böschungen und Ufer zudem anfällig für Erosion. Obwohl beide Arten, die manchmal bastardieren, auch bei uns blühen und Samen bilden, breiten sie sich doch vor allem über ihre unterirdischen Triebe oder über Pflanzenteile aus. Übrigens sind die jungen Triebe der Knöteriche essbar. Sie schmecken ähnlich wie Rhabarber, mit dem sie verwandt sind.
 
Vorkommen in Vorarlberg
Der Japanknöterich kommt vom Bodensee bis in höhere Lagen und inzwischen auch im Montafon vor. Beliebte Lebensräume sind Gewässerufer, Deponien und Straßenböschungen – oft Standorte, an denen Aushubmaterial, Humus oder Kompost abgelagert wurde. Im Gegensatz dazu ist der Sachalinknöterich in Vorarlberg noch selten. Der derzeit größte bekannte Bestand befindet sich am Alten Rhein in Gaißau.
 
vorläufige Verbreitungskarte des Japanknöterichs
vorläufige Verbreitungskarte des Sachalinknöterichs
 
Bestandsregulierung
Japan- und Sachalinknöterich können sich sehr rasch regenerieren, was die Bekämpfung enorm erschwert. Sogar wenn bis zu acht Mal im Jahr gemäht wird, ist der Erfolg nicht garantiert. Allerdings schwächen häufige Schnitte die Knöterichbestände und fördern das Aufkommen anderer Hochstauden bzw die Entwicklung einer dichten Grasnarbe. Zudem dürfte Schlegeln wirksamer sein als eine bloße Mahd. Recht Erfolg versprechend ist eine Beweidung mit Schafen und Ziegen, die den Japanknöterich – zumindest in jungem Zustand – gerne fressen. Auch eine Bestockung mit Gehölzen kann die Art schwächen: Es gibt positive Erfahrungen von Gewässerufern, wo Weidenspreitlagen den Japanknöterich in Schach gehalten haben – allerdings nicht in jedem Fall. Bei großen Beständen ist wohl nur eine chemische Bekämpfung auf Dauer wirksam, auch wenn dies insbesondere an Gewässern kritisch ist. Auch hier ist oft eine Nachbehandlung notwendig.
 
Vorbeugende Maßnahmen
Weil die Bekämpfung so aufwändig ist, muss zunächst die weitere Ausbreitung eingedämmt werden. Sehr häufig wachsen die Knöteriche an Stellen, an denen Aushubmaterial oder Humus ausgebracht wurde. Solche Standorte sind daher zu kontrollieren – gerade in Regionen, in denen die Art sonst kaum vorkommt.
 
diese Informationen herunterladen (pdf 231 kb)
Merkblatt Japan- und Sachalinknöterich Aktionsprogramm Neophyten und Kreuzkräuter in Vorarlberg herunterladen (pdf 3.058 kb)
 
 
In den USA soll die Bevölkerung durch einen Kurzfilm in den Kinos auf das Problem aufmerksam gemacht werden: MP4–Video (3722 KB)
Film Japanese Knotweed and how to eradicate ... (englisch, youtube)
Film Japanese Knotweed in the Great Lakes Region (englisch, youtube)
Film Böser, guter Knöterich – Reportage über das Pilotprojekt der Bionischen Kontrolle des Japanischen Knöterichs (deutsch, youtube)
Gedicht Japanese Knotweed von Roy Lewis (englisch, youtube)
 
 
Literatur und Links
De Micheli A., Bollens U., Gelpke, G., Streit B. & Fischer D. (2006): Bericht und Empfehlung zur Bekämpfung des Japanknöterichs. Kanton Aargau, Kanton Bern. Kanton Glarus, Kanton Luzern, Kanton Wallis und Kanton Zürich, 75 S., Download pdf (2.767 kb)
Bollens U. (2005): Bekämpfung des Japanischen Staudenknöterichs. Literaturreview und Empfehlungen für Bahnanlagen. Umwelt-Materialien Nr. 192, Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft, Bern. 44 S., Download pdf (419 kb)
Gelpke G. (2006): Problempflanze Zugespitzter oder Japan-Knöterich, Japanischer Staudenknöterich. Reynoutria japonica; Synonyme: Polygonum cuspidatum, Fallopia japonica. Baudirektion Kanton Zürich & Züricher Vogelschutz, Download pdf (775 kb)
Kretz M. (1994): Kontrolle des Japan-Knöterichs an Fließgewässern. I. Erprobung ausgewählter Methoden. Handbuch Wasser 2, Band 10, Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg, Stuttgart, 59 S., Download pdf (3.509 kb)
Alberternst B. (1995): Kontrolle des Japan-Knöterichs an Fließgewässern. II. Untersuchungen zu Biologie und Ökologie der neopyhtischen Knöterich-Arten. Handbuch Wasser 2, Band 18, Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg, Stuttgart, 66 S., Download pdf (6.236 kb)
Schweizerische Kommission für die Erhaltung von Wildpflanzen (2006): Staudenknöteriche. Infoblatt, Download pdf (314 kb)
Starfinger U. & Kowarik I.: Fallopia japonica (Houtt.) Ronse Decr., (Polygonaceae), Japan-Knöterich. NeoFlora, Handbuch der 30 wichtigsten invasiven Arten in Deutschland, www.neobiota.de/12646.html
Child, L. & Wade, P. M. (2000): The Japanese Knotweed Manual. Packard Publishing Limited, Chichester, 123 S.
Seiger L. A. & Merchant H. C. (1997): Mechanical Control of Japanese Knotweed (Fallopia japonica [Houtt.] Ronse Decraene): Effects of Cutting Regime on Rhizomatous Reserves. Natural Area Journal 17 (4): 341-345